Purpus-Arten

'purpusii, purpusianus, purpusiorum'

Purpusia saxosa (heute Ivesia arizonica), ein Rosengewächs der südwestlichen USA; Photo Barbara Ertter
Purpusia saxosa (heute Ivesia arizonica), ein Rosengewächs der südwestlichen USA; Photo Barbara Ertter

Im ’Index Kewensis', dem umfassenden Referenzwerk aller jemals veröffentlichten Namen von Samenpflanzen, finden sich über 240 Nennungen, die auf einen der beiden Purpus-Brüder (oder sogar auf beide) zurückgehen.
An erster Stelle ist Purpusia, eine Gattung der Rosengewächse zu nennen. Sie wurde von Townshend Stith Brandegee, der die Sammlungen Carl Albert Purpus' wissenschaftlich bearbeitete, aufgrund eines von dem Deutschen am 1.8.1899 in der Pahroc Range (Nevada) gesammelten Exemplars aufgestellt. Die mit Purpusia saxosa nur eine Art (mit zwei bis drei Varietäten) umfassende Gattung wurde vor einigen Jahren in das Genus Ivesia einbezogen, existiert also heute nicht mehr als eigenständige Sippe. Viele hundert neue Arten wurden auf der Basis des von CAP gesammelten Materials ­ vor allem von Townshend Stith Brandegee ­ aufgestellt. Dabei ehrte er seinen Freund und Sammler vielfach durch der Verwendung des Epithetons ’purpusii', ’purpusius' usw.

Fouquieria purpusii, ein Endemit Mexikos, beschrieben von T.S. Brandegee (im Bild links; Photo J.A.Purpus 1908)
Fouquieria purpusii, ein Endemit Mexikos, beschrieben von T.S. Brandegee (im Bild links; Photo J.A.Purpus 1908)

Carl Albert fühlte sich durch diese Wertschätzung sehr geehrt, konnte aber auch bei Nichtbeachtung ­ etwa wenn trotz seiner Entdeckerschaft einer neuen Art ein anderer geehrt wurde ­ sehr ärgerlich sein. Besonders stolz war er über die Benennung eines Palmfarns (Cycadee) der Gattung Dioon nach ihm, zumal er sich durch die Vermarktung des mexikanischen Dioon purpusii einen großen wirtschaftlichen Erfolg versprach, welcher sich allerdings nicht einstellte. Zu den Pflanzen, die seinen Namen tragen, gehört mit Hylocereus purpusii einer der schönsten Blüher unter den epiphytischen Kakteen, der seit fast 100 Jahren in Darmstadt kultiviert wird.
Gelegentlich wurden beide Brüder bei der Benennung von Pflanzen bedacht ­ das Epitheton ’purpusiorum' bedeutet ’der Purpuse'. Es sind immerhin vier Arten nach diesem Muster gebildet, so eine Agave oder eine Echeverie.

Hylocereus purpusii, nach Ansicht der Purpus-Brüder der ’König der epiphytischen Kakteen'
Hylocereus purpusii, nach Ansicht der Purpus-Brüder der ’König der epiphytischen Kakteen'

Ein Teil der Namen bezieht sich natürlich auf den Bruder Joseph Anton. Eine besondere Beziehung zu Darmstadt hat die Geißblatt-Hybride Lonicera x purpusii (Lonicera fragrantissima x L. standishii), die spontan vor 1920 im Botanischen Garten Darmstadt entstanden war und von dem bekannten Dendrologen Alfred Rehder (Direktor des Arnold Arboretum in Boston) beschrieben worden war. Rehder war übrigens einige Monate in den Jahren 1887/88 im Botanischen Garten Darmstadt als Gärtner beschäftigt. Die Hybride hat als winterblühender, stark duftender und bis in den Winter hinein beblätterter Strauch einen festen Platz im Baumschulsortiment und wird seit ihrer Entdeckung in Darmstadt gepflegt.