Boerner

Aronstab

Franz Boerner

Franz Boerner (1897-1975), langjähriger Präsident der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (DDG) und Mitbegründer der International Dendrology Society (IDS) war von 1947 bis zu seiner Pensionierung 1967 Inspektor des Botanischen Gartens. Er bewohnte mit seiner Familie bis zu diesem Zeitpunkt die erste Etage des alten Inspektorenhauses (heute Sekretariat, Sozialraum und Räume der Arbeitsgruppen der Professoren Thiel und Bertl). Auch über diese Zeit hinaus blieb er dem Garten  lange verbunden. Bis zu seinem Tod nutzte er das alte Pumpenhäuschen nahe des Alpinums als sein „Tusculum“.

Röteisen zur schonenden Harzgewinnung
Röteisen zur schonenden Harzgewinnung

In den USA ist nun aus dem Besitz eines Enkels ein Werkzeug aus Franz Boerners Besitz bekannt geworden, das sich ein ursprünglich aus Sachsen stammendes Instrument herausstellte: der Bügelschaber oder das Röteisen, ein klassisches Werkzeug zur schonenden Harzgewinnung. Der Trick ist, Harz zu nutzen, ohne das Fäulen in den Stamm eindringen und das Holz entwerten. Daher wird wirklich nur im Phloem gearbeitet. Mit dem Bügel (kein Handschutz) wird zunächst die grobe äußere Borke der Kiefer auf einer recht großen Fläche, der Harzlachte, abgeschabt. Es kommt dort eine rötliche Rindenschicht zum Vorschein, die nicht verletzt werden darf. In diese Fläche werden dann mit der u-förmigen Klinge, dem Reißhaken, fischgrätenförmig Rinnen geschnitten, in denen sich das austretende Harz sammelt und zur Mitte fließt. Dort ist eine zentrale senkrechte Rinne, in der es hinab in einen am Baum angeschlagenen Sammelbehälter fließt. In der DDR wurden große Kiefernbestände bis zur Wiedervereinigung auf diese Weise geharzt.

Entsprechende Anfragen aus den USA haben nun Anlass gegeben, einige Dokumente zu Franz Boerner zu digitalisieren.

DateiTypGröße
RöteisenJPG-Datei90kB