Grünes Klassenzimmer

Botanischer Garten

Grünes Klassenzimmer

Besuch Kinderuni 19.03.2013
Grünes Klassenzimmer, Foto: Stefan Schneckenburger

Kinder- und Jugendgruppen, Schulklassen und Projektgruppen bietet der außerschulische Lernort Grünes Klassenzimmer im Botanischen Garten die Möglichkeit Pflanzen und Ökosysteme kennen zu lernen, zu untersuchen und zu experimentieren.
Zu jeder Jahreszeit!

Wir bieten anspruchsvolle, unterhaltsame und lebhafte Lernprogramme zu verschiedenen Aspekten der Botanik und Ökologie. Dazu wird in der Regel ein Rundgang im Garten oder den Gewächshäusern mit mikroskopischen und/oder experimentellen Untersuchungen im Grünes Klassenzimmer kombiniert. Im Mittelpunkt unseres Konzepts steht das „Selber-Sehen“, das „Selber-Studieren“ und das „Selber-Erfahren“ – gemäß unserem Motto „Wer bloß an meiner Pflanze riecht, der kennt sie nicht, und wer sie pflückt, bloß um daran zu lernen, der kennt sie auch nicht.“ (Friedrich Hölderlin). Lehrerinnen und Lehrer der Biologie sind eingeladen, ihren Unterricht mit einem Besuch des Grünen Klassenzimmers zu ergänzen und ihren Schülerinnen und Schülern hautnah eigene „Grüne Erfahrungen“ zu ermöglichen, die im regulären Schulalltag nicht möglich ist.

Unser Angebot:

  • Die Ersten im Jahr: Frühjahrsblüher (Grundschule/Unterstufe, ca. 2h)
    Im Frühling staunen wir über all die bunten Blumen, die plötzlich den Waldboden bedecken. Wo kommen die denn eigentlich her und für wen sind sie wichtig?
    Führung im Freiland + experimentelles Arbeiten/Mikroskopie.
    Ziel: Kenntnis von Arten und Überdauerungsformen, Untersuchungen und Überlegungen zu Pflanzen-Insekten Interaktionen.
  • Jäger im Pflanzenreich: Insektenfangende Pflanzen (Grundschule/Unterstufe, ca. 1,5-2h)
    Sie locken Insekten an und fangen mit Kleber, flüssigkeitsgefüllten Kannen und Klappen. Wie funktioniert’s? Und welchen Vorteil haben diese Pflanzen dadurch?
    Führung in Freiland/Gewächshaus + experimentelles Arbeiten/Mikroskopie.
    Ziel: Kennenlernen der Fallentypen, Überlegungen und Untersuchungen zu Fangmechanismus, Beutespektrum, Vorteile durch Karnivorie.
  • Fotosynthese (Unter-/Mittelstufe, ca. 3h)
    Wozu eigentlich grüne Blätter? Wie sind Blätter aufgebaut? Was passiert darin? Und welche Rolle spielen Licht, Temperatur und CO2?
    Führung in Freiland/Gewächshaus + experimentelles Arbeiten/Mikroskopie.
    Ziel: Verständnis des Blattaufbaus, Überlegungen und Untersuchungen zu Regelfaktoren der Fotosynthese, Nachweis von Fotosyntheseprodukten.
  • Ökosystem Bach/Teich (Unter-/Mittelstufe, ca. 3h)
    Wer lebt darin? Welche Rolle spielen pH-Wert und Sauerstoffgehalt? Und was sagen die tierischen und pflanzlichen Bewohner über das Ökosystem aus?
    Untersuchungen im Freiland + Mikroskopie.
    Ziel: Verständnis der Funktion des Ökosystems einschl. qualitativer Bewertung, Kennenlernen von Artenspektrum und Zeigerarten.

  • Bionik (Unter-/Mittelstufe, ca. 3h)
    Blätter und Stängel von Pflanzen als Vorbild für technische Anwendungen?
    Führung in Freiland/Gewächshaus + experimentelles Arbeiten/Mikroskopie.
    Ziel: Kennenlernen von Vorbildern aus dem Pflanzenreich, Verständnis des Prinzips selbstreinigende Oberflächen, Überlegungen und Untersuchungen zur Biegsamkeit von Pflanzenstängeln.
  • Ökologische Anpassungen/Hydroregulation I (Unter-/Mittelstufe, ca. 3h)
    Pflanzen besiedeln die unterschiedlichsten Lebensräume und sind verschiedensten Klimata ausgesetzt. Worin unterscheiden sich eigentlich Pflanzen aus dem Regenwald und solche aus Trockengebieten? Welche Mechanismen helfen Pflanzen an Extremstandorten zu überleben? Führung in Freiland/Gewächshaus + Mikroskopie.
    Ziel: Verständnis von Anpassungen an Lebensräume und Standorte: Überwindung von Licht- und Närhstoffmangel, Schutzmechanismen gegen Wasserverlust; Überlegungen und Untersuchungen zu Wassertransport in Pflanzen und der Rolle der Spaltöffnungen.
  • Ökologische Anpassungen/Hydroregulation II (Oberstufe, ca. 3h)
    Hydrophyten, Hygrophyten, Xerophyten
    Blättern unterschiedlicher Standorte und Lebensräume unterscheiden sich in Anatomie und Morphologie. Unterschiede im Aufbau sind an eigens angefertigten Präparaten mikroskopisch erkennbar, ihre Bedeutung für die Anpassungen an verschiedene Lebensräume zu erschließen. Im Fokus der Untersuchungen stehen besondere Ausprägungen, wie z. B. eingesenkte und aufgesetzte Spaltöffnungen, Fensterblätter oder überwiegend unterirdischer Wuchs (Bsp. Lithops), die das Leben an anspruchsvollen Standorten ermöglichen.
    Führung in Freiland/Gewächshaus + Mikroskopie.
  • Blütenökologie (Oberstufe, ca. 3h)
    Anlockung der effektivsten Bestäuber zwecks Pollenübertragung.
    Blüten dienen einzig der sexuellen Vermehrung von Pflanzen. Unterschiedlichste Blütentypen variieren in Symmetrie, Ausprägung und Anordnung ihrer Organe und Attraktivität, nicht aber im prinzipiellen Aufbau. In der Regel dienen Form, Farbe und Geruch der Anlockung der passenden Bestäuber. Neben Untersuchungen zur Funktion und morphologischen Variabilität von Blüten wird das Farbensehen von Insekten erörtert, Duftareale in der Blüte markiert und mit Symmetrien im Blütenaufbau experimentiert.
    Führung in Freiland/Gewächshaus + experimentelles Arbeiten/Mikroskopie.
  • Evolution der Pflanzen (Oberstufe, ca. 3h)
    Eine Reise durch das Pflanzenreich.
    Führung im Freiland + Mikroskopie.
    Die Entwicklung der Landpflanzen lässt sich an zahlreichen rezenten Pflanzenarten nachvollziehen und beobachten. Moose, Farne, Schachtelhalme und altertümliche nacktsamige Pflanzen (Gymnospermen) sind Zeitzeugen längst vergangener Vegetationen unserer Erde. An ihnen lässt sich die Weiterentwicklung von Organen beobachten, die das Leben an Land erleichterte, höheres, größeres und stabileres Wachstum ermöglichte, Anpassung an verschiedensten Lebensräume erlaubte und die zu immer effektiveren Vermehrungsstrategien führte, bis hin zur zielgerichteten Pollenübertragung durch Insekten bei zwittrigen Blüten bedecktsamiger Pflanzen (Angiospermen). Anhand umfangreichen Anschauungs- und Untersuchungsmaterials wird die Entwicklung von Pflanzen verständlich und nachvollziehbar untersucht.

Über dieses Angebot hinaus gehen wir gerne auf Ihre Anfragen und Wünsche ein. Das Angebot richtet sich an Schulklassen der Jahrgangsstufen drei und vier, und 5 -13, sowie freie Gruppen. Für kleine Gruppen höherer Jahrgänge bieten auch zeitaufwändigere Projekte an, z. B. chromatographische Untersuchungen von Blütenfarben, oder chemisch-ökologische Untersuchungen von Insekten-Pflanzen Interaktionen. Darstellung und Behandlung der Themen orientiert sich an dem Wissensstand der Schülerinnen und Schüler. Das Grüne Klassenzimmer ist in einem Gewächshauskomplex untergebracht, es bietet Platz für maximal 25 Personen.

Buchungsanfrage

Ein Besuch im Grünen Klassenzimmer dauert, je nach Themenauswahl und Alter der Schülerinnen und Schüler, etwa 1,5 bis 3 Stunden. Der pauschale Unkostenbeitrag pro Gruppe beträgt € 30-40 (je nach Dauer, Gruppengröße und Materialaufwand).

Gerne bieten wir auch zeitaufwändigere Projekte an, z. B. im Rahmen von Projekttagen.

Buchungsanfrage: Webformular oder PDF-Formular

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