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Botanischer Garten

Aronstabgewächse

Amorphophallus

Amorphophallus rivieri Durieu (Araceae = Aronstabgewächse)

Mit die spektakulärsten Vertreter der Aronstabgewächse finden sich in der Gattung Amorphophallus. Diese umfaßt etwa 90 Arten und ist in den Tropen der alten Welt verbreitet. Es handelt sich um Knollenpflanzen, die zeitlich getrennt Blütenstand und Laubblätter entwickeln: entweder zeigen sie ein einziges großes, gegliedertes Blatt oder einen Blütenstand. Neben dem für Monokotyle ungewöhnlichen Blatt ist der Blütenstand aufsehenerregend: Die Infloreszenz des gelegentlich in Kultur befindlichen A. titanum (Heimat: Sumatra) gehört mit ihrer Höhe von bis zu 2,50 m zu den größten des ganzen Pflanzenreichs. Als Rekordhalter gilt A. brooksii (Heimat: Sumatra), wo angeblich ein Blütenstand von 4,36 m Höhe beobachtet wurde. Auch die stärkehaltigen Knollen, die als Nahrungsmittel dienen, erreichen mit bis zu 70 kg erstaunliche Ausmaße.

Im Nutzpflanzenhaus finden sich nun mehrere Exemplare des zwar kleineren, aber immer noch beeindruckenden Amorphophallus rivieri DURIEU (Araceae – Aronstabgewächse). Man findet sowohl Exemplare mit Blütenständen als auch ein Exemplar, das gerade ein Laubblatt entwickelt hat. Die meterhohen, kolbigen Blütenstände dieser in SO-Asien beheimateten Pflanze sind zoniert: an die `duft'erzeugende Region (Osmophor; oben) schließt sich die der staminaten (männlichen) Blüten an, basal schließen die karpellaten (weiblichen) Blüten die Infloreszenz ab. Die Blüten sind jeweils perianthlos. Eingehüllt wird die Blühregion von einem Hochblatt (sog. Spatha). Der Blütenstand ist proterandrisch. Als Bestäuber fungieren Fliegen, die durch Farbe und Gestank in den Kessel gelockt werden.

Die Knollen der var. konjac (C.KOCH) ENGL. aus Japan enthalten als Reservestoff ein vom Menschen nicht verwertbares, stark quellendes Polysaccharid und werden in der Reduktionsdiät eingesetzt.

Bemerkenswert sind neben den gefiederten Blättern auch die Blattstiele dieser und anderer Arten: sie sind nämlich auffallend gefleckt. Man nimmt an, daß diese Flecken Pflanzenfressern einen holzigen Stamm suggerieren (nur dort finden sich natürlicherweise Flechten) und so einen Fraßschutz darstellen. Beim genauen Beobachten erkennt man, daß das Vorbild perfekt imitiert wird: an den`Flechtenthalli' lassen sich sogar Zuwachszonen erkennen.

Text: S. Schneckenburger, Photos (1999): D. Kramer mit Sony Mavica 81