Copihue

Copihue – die chilenische Nationalblume

Lapageria

Lapageria rosea Ruiz & Pav.v

Bei der zur kleinen, den Liliengewächsen nahestehenden Familie der Philesiaceen gehörenden Lapageria rosea RUIZ & PAV. handelt es sich um eine Liane mit hängenden Blüten von fleischiger Konsistenz. In hufeisenförmigen, purpurrot gefärbten Nektarien an den Basen der Blütenblätter wird reichlich Nektar produziert und in Taschen gespeichert. Diese Kammern sind so angeordnet, daß der Nektar von sechs (Anzahl der Blütenblätter!) Kanälen aus unabhängig erreichbar ist. Man spricht hier von einem sog. Revolvermechanismus (Revolverblüte). Bestäubt wird die in den temperierten Regenwäldern der südamerikanischen Westküste bis etwa 41 Grad S (`Valdivianische Wälder') beheimatete Art von Kolibris (Trochiliden; z.B. Sephanoides sephanoides oder Patagonula gigas).

Infolge des `Revolvermechanismus' wandern die Besuchern beim Nektartrinken um die Blüte herum. Dies bedingt einen höheren Bestäubungserfolg.

Andere Vogelblumen dieser Region sind z.B. die bekannte Scharlach-Fuchsie (Fuchsia magellanica; `Chilco'; Onagraceae) oder der Feuerstrauch (Embothrium coccineum; `Notro'; Proteaceae). Der Gattungsname ehrt übrigens JOSEPHINE DE LA PAGERIE, die spätere Ehefrau NAPOLEON BONAPARTEs.

Standort: Sukkulentenhaus, am Fenster

Fotos und Text: Dr. Stefan Schneckenburger; © Botanischer Garten TU Darmstadt