Cornus

Botanischer Garten

Cornus L. – verschiedene Gesichter einer Gattung

Cornus L.

Etwa 45 Arten umfasst die Gattung Cornus L. (Hartriegel; Cornaceae), die überwiegend auf der N-Hemisphäre und nur selten in Afrika und S-Amerika beheimatet sind. Darunter ist auch (die heimische) Kornelkirsche (Cornus mas L.), ein attraktiver Frühblüher, dessen kleine gelbe Blüten im zeitigen Frühjahr sehr auffällig sind. Die Blüten stehen hier in doldenartigen Blütenständen, sind aber deutlich voneinander entfernt. Ähnlich ist u. a. C. alternifolia L. aus N-Amerika.

Cornus L.

Ganz anders verhält es sich bei den sog. ‘Blumenhartriegeln’, die sowohl in Europa (C. suecica L.), in Asien (C. kousa HANCE) oder auch in N-Amerika (‘dogwood’: C. florida L., bis 12 m hoch; einer der häufigsten Laubwaldbäume; C. nuttallii AUDUB.) vorkommen. Hier treten die unscheinbaren Blüten zu köpfchenartigen Blütenständen zusammen, unter denen vier bis sechs Hochblätter einen auffälligen Hüllkelch (Involukrum) bilden. Diese Infloreszenzen erwecken den Eindruck einer Einzelblüte und werden auch von den Bestäubern als funktionelle Einheit ‘behandelt’. Man spricht hier von einem Pseudanthium (wörtl. übersetzt ‘Scheinblüte’). Bekannt sind derartige Pseudanthien besonders von den Köpfchen der Korbblütler (Compositae; z.B. Sonnenblume) her.

Der englische Name ‘Dogwood’ bezieht sich auf die ‘dogs’ = Spieße, die man aus dem Holz verschiedener Arten herstellte. Daneben wird das harte Holz auch für Drechslerarbeiten wie Radnaben oder Werkzeuggriffe verwendet. Die Rinde enthält einen Bitterstoff, der in der Heilkunde Anwendung findet.

Standort im Garten: C. kousa HANCE: Eingangsbereich und neben dem alten Pumpenhäuschen; C. florida L. ‘Rubra’ mit rotem Hüllkelch – sicher die schönste Sippe der Gattung – in der Nähe des Nebeneingangs Schnittspahnstraße, hier auch C. canadensis L. (ähnl. C. suecica L.; bodendeckend!), C. alternifolia L. und C. nuttallii AUDUB. Letzterer auch am ‘Schönen Tor’ in Richtung Breslauer Platz.

PD Dr. Stefan Schneckenburger, Mai 1997 (rev. 2011)

Manual of the trees of North America. © Text: Botanischer Garten TU Darmstadt (BG aktuell 81)