Arbutus

Mehrsamige Beeren mit warziger Schale

Arbutus unedo L. – Der Erdbeerbaum (Ericaceae)

Zu den Heidekrautgewächsen gehört die Gattung Arbutus L. mit insgesamt 14 Arten, die im westlichen (!) Nordamerika, in W-Europa sowie im Mittelmeergebiet beheimatet sind. In Europa finden sich neben dem Westlichen Erdbeerbaum (A. undeo: S-Europa, Irland) noch der Östliche Erdbeerbaum (A. andrachne: Albanien, Griechenland, Kreta, Krim, Levante). Im Überlappungsgebiet der Areale wie in Griechenland oder auf Zypern findet man häufig den Bastard der beiden immergrünen Arten (A. x andrachnoides), der gelegentlich auch kultiviert wird.Der Gattungsname geht auf die antiken Autoren wie Plinius zurück. Der Artname 'unedo' könnte sich auf 'unum tantum edo' – weil man von den sauren Früchte nur einmal essen würde – beziehen. Aber dies ist nicht sicher belegt. Nach der römischen Mythologie näherte sich die Heilgöttin Carna mit den Zweigen dieses Baumes in der Hand dem Krankenlager von Säuglingen und linderte ihr Leiden.

Die hängenden Blüten weisen fünf Kelchblätter und fünf weit miteinander zu einem Glöckchen verwachsene Kronblätter auf. Die zehn Staubblätter besitzen bärtig behaarte Staubfäden sowie an der Basis geschwänzte Staubbeutel, die sich spitzenwärts mit einerm Porus öffnen. Dieser Öffnungsmechanismus lässt auf ein Vibrationssammeln des Pollens (z.B. durch Hummeln) schließen (sog. 'Buzzing'). Der Fruchtknoten ist fünf- (selten vier-) fächerig. An seiner Basis findet sich das ringförmige Diskusnektarium.

Charakteristisch sind die erdbeerartigen Früchte, die etwa ein Jahr für ihre Reifung benötigen. So findet man meist Früchte an blühenden Bäumen. Die ersten Zellteilungen der befruchteten Eizelle finden erst fünf Monate nach der Befruchtung statt. Bei den Früchten handelt es sich um mehrsamige Beeren mit warziger Schale. Das Fruchtfleisch ist sauer bzw. stark zusammenziehend. In Portugal werden die Früchte zur Herstellung bzw. Aromatisierung eines Schnapses verwendet; auf Korsika vergor man die ganzen Früchte und stellte ein weinartiges Getränk her. Der Gehalt an Gerbstoffen hatte zur Folge, dass man früher die Rinde des Erdbeerbaums zum Gerben verwendete.

Standort im Garten: Stirnseite des Wasserpflanzenhauses (Außenbereich)

PD Dr. STEFAN SCHNECKENBURGER (2001)
© Text: Botanischer Garten TU Darmstadt

(BGAktuell 183)